Hegels Tipp

Geschrieben von am 21. Mai 2009 | Abgelegt unter Aktuelles Region, Allgemein

region-deutschDer in Stuttgart geborene und aufgewachsene Philosoph Georg Friedrich Wilhelm Hegel (1770-1831) war vielleicht der intelligenteste Kopf, den die Region je hervorgebracht hat. Eine seiner Erkenntnisse lautet: „Alles in der Muttersprache ausdrücken zu können, bekundet höchste Geistes- und Seelenbildung.“ In letzter Zeit ist die „Geistes- und Seelenbildung“ dann wohl etwas zurückgegangen. Zentralbotschaften der Region werden mit Anglizismen, Abkürzungen und Neuwortschöpfungen verbreitet. Ein paar Beispiele:

 

Cluster: Verdichtung und Konzentration von Firmen der Automobilindustrie, des Maschinenbaus und der Forschung und Entwicklung in der Region.

Metropolregion: Drehscheibe mit optimal ausgebauter Infrastruktur. Europäische Ebene der Regionalpolitik: Die Region Stuttgart plus die Regionen Heilbronn-Franken, Ostwürttemberg, Neckar-Alb und Nordschwarzwald mit „metropolitaner Funktion“.

Gateway-Funktion: Torweg-Funktion der Region. Zugang zu Menschen, Wissen und Märkten in den überregionalen Bereich, die die „Metropolregion“ ermöglicht.

METREX: Netzwerk europäischer Metropolregionen

MORO: Modellvorhaben der Raumordnung: Metropolregion Stuttgart

Mobilist: Netzwerk aus über 40 Firmen zur Mobilität im Ballungsraum Stuttgart

PUSH: Partnernetz für Unternehmensgründungen aus Stuttgarter Hochschulen

Regiogenial: Wortschöpfung der CDU im Wahlkampf 2009.

 

Eine bürgernahe Region muss ihre Anliegen den Bürgern auch verständlich machen können. Mehr Bodenhaftung und weniger abgehobene und abstrakte Diskussion in Stuttgart ist angesagt.

Kai Buschmann

Ein Kommentar zu “Hegels Tipp”

  1. am 3. Juni 2009 um 17:12 1.Kai Buschmann schrieb …

    Politiksprech

    Am 3.6. erschien ein Bericht über Untersuchungen an der Uni Hohenheim zum Wahlkampf (Prof. Frank Brettschneider) im „Blick vom Fernsehturm“, der Mittwochsbeilage der StZ/StN im Stuttgarter Süden. Darin heißt es, dass „das Volk seine Regierenden verstehen muss. Dass es das häufig nicht kann und gelegentlich nicht soll, ist die Erkenntnis aus einer aktuellen Arbeit der Hohenheimer. Das Europawahlprogramm der SPD „liest sich wie eine politikwissenschaftliche Dissertation“, sagt Brettschneider. Zudem ist Kauderwelsch im Politikersprech Taktik. Haben Parlamentarier „Unpopuläres zu verkünden, verwenden sie endlose Schachtelsätze“, sagt Brettschneider. Soll das Volk Erfolge zur Kenntnis nehmen, ist der Satzbau klar.“ Versuchen wir es auch in der Region mit klaren Sätzen.
    Kai Buschmann

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