In Mathematik nachsitzen?

Geschrieben von am 5. Dezember 2011 | Abgelegt unter Aktuelles Region

„Da müssen einige in Mathematik nachsitzen!“ formulierte Dr. Kurt Hirsch aus Besigheim in einem Leserbrief, der am 29.10.2011 in der LKZ erschien. Es „muss etwas komplett schief gelaufen sein“, analysierte Dr. Hirsch beim Vergleich des für 2012 angekündigten MetropolTickets von neun Verkehrsverbünden in Baden-Württemberg mit dem Baden-Württemberg-Ticket. Der Rechenmeister verglich die angekündigten Preise des MetropolTickets (Tagesticket) mit dem bestehenden Preisgefüge des Baden-Württemberg-Tickets und kam beim damaligen Informationsstand zu dem Ergebnis, dass für vier und fünf Personen das Metropolticket keinen Vorteil bringe. Mit dem Baden-Württemberg-Ticket könne man mit dieser Personengruppe preisgünstiger und dazu noch im ganzen Land und nicht nur in neun Verbünden fahren.

Allerdings: Die Rechnung war Schnee von gestern. Aber dass das Preisgefüge des MetropolTickets bereits die Änderungen des Baden-Württemberg-Tickets ab 2012 berücksichtigt, konnte Dr. Hirsch nur schwer wissen. Die Unterscheidung zwischen „Single“ und „Gruppe“ wird dort nämlich aufgehoben und zum Grundpreis von 21 € künftig wie beim Metropolticket pro weiterem Mitfahrer 4 € erhoben. Daher ist das MetropolTicket immer die preisgünstigere Wahl, wenn man sich im Gebiet der neun Verkehrsverbünde der Metropolregion Stuttgart bewegt. Dass das Baden-Württemberg-Ticket für zwei Reisende billiger, ab vier Personen aber teurer wird (bei fünf Personen ergibt sich sogar eine Preiserhöhung von 28 Prozent), hat vier Wochen später auch die Stuttgarter Zeitung am 30.11.2011 in einem kritischen Artikel einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht.

Was lernen wir daraus? Schlechte Information sorgt für schlechtes Image auch wenn man Gutes tut. Denn die Informationen über die neuen Tarife fanden sich schon seit 25.10. auf den Homepages der baden-württembergischen Verkehrsverbünde. Da hätte ein Hinweis im Verkehrsausschuss des Verbandes Region Stuttgart der Verwaltung das blamable Nachrechnen erspart. Denn dass da einer nachrechnet, damit hätte sie rechnen müssen.

Ein Kommentar zu “In Mathematik nachsitzen?”

  1. am 19. Dezember 2011 um 15:30 1.Kai Buschmann schrieb …

    Dass das Metropolticket begrenzte Euphorie erzeugt, arbeitet jetzt Thomas Faltin in der StZ heraus:
    http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.nahverkehr-bahnfahrer-kritisieren-neues-metropolticket.a582c1f5-fd53-4bc5-827c-feaa3cd77b5e.html

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