Vom prallen Sandwich „Realschule Remseck“

Geschrieben von am 19. Mai 2010 | Abgelegt unter Aktuelles Remseck, Allgemein

Kumru SandwichAm 17.4.2010 hat die Stuttgarter Zeitung die Realschule mal wieder als „Sandwichschule“ bezeichnet, soll heißen dass die Kinder von der Hauptschule und dem Gymnasium – von beiden Seiten also – in diese Schulart drücken. Eine Sandwichposition ist nicht immer angenehm, das wissen „Mittelkinder“ dreier Geschwister gut. Die Realschul-Füllung des Schul-Sandwichs in Remseck ist prall. Das hat der jetzt dem Gemeinderat vorgelegte Schulbestandsplan wieder deutlich gemacht: Die Realschule Remseck platzt aus allen Nähten! Die Schule hat 19 Klassenzimmer (davon zwei provisorische Containerklassenzimmer), aktuell aber 22 Klassen. Für das kommende Schuljahr werden 23 und für das übernächste Schuljahr 26 Klassen erwartet. Dass „Wanderklassen“, also Klassen ohne Klassenzimmer, sich sehr negativ auf die Schulatmosphäre auswirken, ist bekannt. Außerdem gibt es schon jetzt immer wieder Klagen über Klassenstundenpläne mit Unterversorgung am Vormittag bei gleichzeitigem vermehrtem Nachmittagsunterricht. Schon jetzt ist das eine logische Folge der akuten Raumnot. Daher liegt hier dringender Handlungsbedarf vor. Selbst das bei Schulraumförderung sehr knausrige Regierungspräsidium hat den zusätzlichen Bedarf von 4 Klassenzimmern und 2 Universalräumen anerkannt, d.h. Remseck kann damit rechnen, dass zwischen einem Viertel und einem Drittel der Baukosten für diese Räume aus Mitteln des Schulraumprogramms des Landes gedeckt werden. Durch das Landesprogramm „Chancen durch Bildung“ kann außerdem eine Mensa gefördert werden. Damit gerät nun endlich die Schule in den Blickpunkt, bei der die FDP schon lange Handlungsbedarf angemahnt hat: Die Realschule hätte aufgrund ihrer Randlage in Remseck als erste Remsecker weiterführende Schule mit einer Ganztagsbetreuung ausgestattet werden müssen, bekommt dies aber nun als letzte.

Da mehr als zwei Drittel der Baukosten von Remseck selbst geschultert werden müssen, ist Kreativität gefragt. Die FDP hat vorgeschlagen, den Kredit der Stadt an den Eigenbetrieb Abwasser, der 2011 noch 2 Mio. € beträgt, zurückzufahren und durch ein Kapitalmarktdarlehen zu ersetzen. Damit stünden die Mittel zur Verfügung, ohne dass im Kernhaushalt der Gemeinde neue Schulden gemacht werden müssten.

Im Vorfeld der Beratungen hatte die FDP detaillierte Listen über Schülerentwicklung an Realschule und Gymnasium angemahnt, um zuverlässige Prognosen über die Entwicklung der Schüler- und Klassenzahlen zu erhalten. Von der Realschule wurde so eine Prognose für die beiden kommenden Jahre vorgelegt. Interessant war eine Aufstellung des Gymnasiums, wie viele Schüler seit 2003 als Querwechsler vom Gymnasium auf die Realschule übergegangen sind. Demnach haben sich die Wechslerzahlen auf die Realschule in den letzten Jahren trotz Einführung des G8 nicht erhöht! Im letzten Schuljahr waren es 14 Schüler, im Schuljahr 2003/04 vor Einführung des G8 noch 23! Im laufenden Schuljahr meldete das Gymnasium 6 Querwechsler zum Halbjahr. Ein paar Tage später war in der Stuttgarter Zeitung zu lesen, dass an der Realschule aber 16 aufgenommen worden sind. Dieses Rätsel zur Sandwichfüllung muss noch aufgelöst werden. Dann muss dringend gehandelt werden, denn der Zeitkorridor bis zum Bersten des Sandwichs ist Knapp: Im September 2011 ist es soweit.

Ein Kommentar zu “Vom prallen Sandwich „Realschule Remseck“”

  1. am 1. August 2010 um 23:20 1.Kai Buschmann schrieb …

    Die Erweiterung der Realschule passierte am 27.7.2010 den Gemeinderat. Fünf Klassenzimmer, Multifunktionsräume und eine Mensa entstehen. Hierfür hatte die FDP jahrelang gekämpft. Wir freuen uns über diesen späten aber nun doch gefassten Beschluss, der die Raumprobleme an der Realschule löst und endlich die Ganztagsschule an der Schule in Remseck möglich macht, die sie von Anfang an wegen ihrer peripheren Lage am dringendsten gebraucht hat. Nach Abzug der Schulbauförderung durch das Land muss Remseck hierzu 1,8 Mio € stemmen. Der Finanzierungsvorschlag des Kämmerers: Rückführung des Darlehens der Stadt an die Stadtentwässerung um 1,8 Mio € und Ersatz dort durch ein Kapitalmarktdarlehen. Seit Jahren hatte die FDP auf dieses „Sparkässle“ der Stadt aufmerksam gemacht. Immer hieß es von Seiten der Verwaltung, die Umwandlung sei nicht sinnvoll. Nun geht es doch!

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